Von der Leyen und die Webseiten-Blockade

Was soll man gegen die Verbrecher im Internet nur tun? Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen kennt die Antwort. Die Internet-Provider sollen kinderpornographische Webseiten blockieren. Den Kriminellen wird damit das Wasser endgültig abgegraben und wieder verschwindet ein Stück des Bösen mehr aus unserer Welt. Und bald haben wir eine schöne neue Welt. Massenproteste sind kaum zu erwarten. Wer will schon auf die Straße gehen und Freiheit von Zensur für Anbieter von Kinderpornos fordern?

Ein Präzedenzfall wäre damit aber geschaffen. Was folgen kann sind die Sperren von Kommunisten-, Islamisten- und Nazi-Seiten. Und wenn wir schon dabei sind und die Blockade-Technik überall implementiert ist, dann weg mit allem was irgendwem nicht passt. Danach bleibt wohl nur noch die Webseite des Familienministeriums übrig.Ein Tipp für Frau von der Leyen: Vergessen Sie bitte nicht die Kontrolle der E-Mails, des Usenet, der P2P-Dienste und der Messenger. Auch darüber lassen sich bequem verbotene Datein austauschen. Das Internet besteht nicht nur aus WWW. Am einfachsten wäre es, einen Bundes-Trojaner auf jedem PC zu installieren. Die 24-Stunden Überwachung aller Deutschen schafft übrigens auch Arbeitsplätze – ein angenehmer Begleiteffekt. Ein paar ehemalige IMs und OMs stehen Ihnen mit Rat und Tat sicher zur Seite. Aber das alles haben Ihre Experten sicher schon bedacht und arbeiten bereits an neuen Plänen.

In der realen Welt folgen dann die nächtliche Ausgangssperre und von der Bundeswehr kontrollierte Checkpoints. Schließlich handelt es sich bei Straßen um Infrastruktur-Einrichtungen vergleichbar dem Internet. Die Polizei muss nur noch ganz Bequem warten, bis ein Verbrecher am Kontrollpunkt auftaucht. Der biometrische Ausweise und diverse schwarze Listen helfen bei der Identifizierung.

Danach leben wir alle in einer von Verbrechern freien Welt – leider aber auch in einer Welt ohne Freiheiten. Aber manchmal muss man halt Prioritäten setzen.

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