7 Ratschläge für einen schlechten (Online)-Artikel

Ratgeber für SEO-optimierte und qualitativ hochwertige Artikel gibt es schon genug. Es ist also an der Zeit, Tipps zum Verfassen wirklich schlechter, geradezu miserabler Artikel zu geben. Schließlich hat man nicht immer genug Zeit für eine aufwendige Recherche und die Website will trotzdem gefüllt werden. Außerdem kennt man sich mit vielen Themen einfach nicht genug aus, um substanzielles darüber auszusagen.

In dieser Situation soll dieser Artikel weiterhelfen. Wenn Sie vorher ein besonders schlechten Beispielartikel lesen möchten (empfohlen), klicken Sie auf KFZ-Kauf: 10 Tipps zur Auswahl des richtigen Autos – oder wie man mit Worthülsen Web-Content erzeugt.


Tipp 1: Die Überschrift des Artikels sollte immer eine Zahl enthalten. Beispielsweise:

  • 10 Dinge, die wir an Windows hassen
  • 20 Super-Tools zu Windows-Optimierung
  • Die 30 schönsten Dinge die Männer mit Frauen im Bett anstellen können
  • 33 Wahrheiten über die bekanntesten Super-Promis

Sie können sicher davon ausgehen, dass dem Autor eigentlich schon nach fünf Punkten nichts Sinnvolles mehr einfällt. Dummerweise steht aber die Zahl „10“ schon in der Überschrift.

Den Leser zieht die Zahl aber erst einmal in den Artikel hinein, denn sie verspricht Übersichtlichkeit und Strukturierung. Dieser eine Klick ist uns gewiss. Und bei einem mehrseitigen Artikel klickt der Leser hoffentlich mehrere Überschriften an. Denn schon Punkt 1 langweilt den Leser zu Tode und er hofft, wenigstens noch in den Folgepunkten interessante Infos zu finden (findet er aber nicht, versprochen).

Neben der Zahl muss die Überschrift so allgemein wie möglich aber durchaus auch provokativ sein. Der Filmtitel „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ wurde in diesem Sinne schon tausendfach variiert („XX Dinge, die Sie schon immer…“).

Tipp 2: Packen Sie den Leser bei seinen eigenen Erfahrungen und bestätigen Sie seine bisher gemachten Entscheidungen. Die Zustimmung und damit der Erfolg des Artikels sind Ihnen gewiss:

  • Sie haben bereits ein Notebook von Firma XYZ und sind damit zufrieden? Dann kaufen Sie doch wieder ein Notebook vom selben Hersteller. Die sind wahrscheinlich immer noch sehr gut.
  • Was läuft auf Ihrem Computer? Windows XP oder schon Windows 7? Ihr neues Smartphone sollte dann auf jeden Fall mit Windows Phone 7 ausgestattet sein, den Sie kennen sich ja schon mit Windows aus.

Tipp 3: Empfehlen Sie immer den Rat von Freunden und Bekannten. Denn Sie als Autor kennen sich ja nicht wirklich aus und überlassen zielführende Empfehlungen lieber anderen Personen. Diese Empfehlung ist außerordentlich wichtig, da praktisch niemand von selbst darauf kommt, vor einem Kauf Personen aus dem Bekanntenkreis zu fragen

Tipp 4: Werden Sie niemals zu konkret und verwirren Sie den Leser nicht mit zu vielen Fakten. Denn das ist oft viel zu kompliziert und der Besucher Ihrer Webseite steigt schnell aus. Begnügen Sie sich immer mit Allgemeinplätzen. Die sind einfach zu lesen und zu verstehen:

  • Kaufen Sie keine Hosen, die für Sie zu eng sind. Denn diese können später im Schritt kneifen.
  • Installieren Sie auf Ihrem PC in jedem Fall einen Virenscanner und eine Firewall am besten ist eine teure Sicherheits-Rundum-Komplettlösung (Link anbei, das ist ein treuer Werbekunde meiner Website).
  • Der PC sollte mit einer leistungsfähigen CPU und genug Hauptspeicher ausgestattet sein. Sonst ruckelt die Filmwiedergabe und Sie können nicht mehrer Anwendungen gleichzeitig ausführen.

Tipp 5: Vermeiden Sie Fachbegriffe oder stellen Sie wenigstens ein „so genannt“ vor jedes Wort, das ungewöhnlich klingt. Sie können auch versuchen, englischsprachige Begriffe einzudeutschen. Das versteht dann zwar niemand mehr wirklich, verhindert aber die Abschreckung von Anglophoben.

Damit der Leser auch wirklich kapiert, worum es geht, verwenden Sie Produktbezeichnungen so oft wie möglich in Ihrem Text. Vermeiden Sie Synonyme. Das klingt dann zwar hölzern, aber nur so ist Ihnen einer der vorderen Plätze in der Google-Suche gewiss.

Tipp 6: Veröffentlichen Sie möglichst oft Sammlungen und Zusammenfassungen von alten Inhalten. Wenn Sie es dem Leser überlassen, sich selbst die interessanten Infos herauszupicken, sparen Sie viel Arbeit. Am Besten, Sie verwenden eine Datenbank zum automatischen generieren von Content:

  • Die 10 schnellsten Sportwagen
  • Die 20 besten Media-Player für Windows
  • Die 30 leichtesten Notebooks
  • Die 30 Notebooks mit der längsten Akkulaufzeit
  • Die 30 billigsten Notebooks

Auf diese Weise können Sie Inhalte immer wieder neu zusammenwürfeln und müssen sich niemals festlegen. Den dem Leser kommt es bekanntlich nur darauf an, das billigste Notebook oder das leichteste Notebook zu kaufen. Mit einer komplexen Entscheidungsmatrix, die Ihm ein leichtes, preisgünstiges und leistungsfähiges Notebook nach Kenntnis und Erfahrung des Redakteurs bescheren würde, ist der Leser schlicht überfordert.

Tipp 7: Beschränken Sie sich auf zwei Artikeltypen:

1. Wenn Sie von einer Sache wirklich überzeugt sind, brechen Sie in ungehemmte Jubel-Arien aus. Die Begeisterung muss sich auf den Leser übertragen. Großartig, genial, bestechend, brandneu, genießen und  exzellent. Sparen Sie nicht mit Superlativen. „Endlich da, der neue Xyz“ macht sich auch immer gut. Schließlich wartet die ganze Welt auf neue Produkte und kann es kaum erwarten, viele Geld dafür auszugeben.

2. Sollte Sie keine Ahnung vom Gegenstand des Artikels haben, was eine förderliche Voraussetzung ist, sparen Sie nicht mit Plattitüden und Allgemeinplätzen.

Nennen Sie am Schluss in jedem Fall Alternativen , aber werden Sie dabei nicht zu konkret. Schließlich ist Ihnen der Leser bis zur letzten Seite Ihres Artikels gefolgt und das soll nicht umsonst gewesen sein. Schreiben Sie immer vom Offensichtlichen. Dann ist Ihnen der Erfolg gewiss.

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